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Climandes-2 geht ins Feld: User-Interface-Workshop zum Auftakt der Feldstudie in Peru

9 janvier 2017

Im Rahmen des Projekts Climandes-2 führten das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz und der peruanische Wetterdienst Senamhi im Herbst 2016 in Peru eine Feldstudie durch. In einer dreiteiligen Serie berichtet die MeteoSchweiz über die Ereignisse und Resultate der Studie und den Fortschritt des Projekts. Den Anfang macht der folgende Bericht zum User-Interface-Workshop, welcher den Start der Feldstudie markierte.

Die Teilnehmenden des User-Interface-Workshops vom 25. November 2016.

Damit die Bauern in Peru besser mit dem Klimawandel und Klimavariabilität umgehen und sich daran anpassen können, erarbeitet Climandes-2 massgeschneiderte Klimainformationen für den Landwirtschaftssektor. Diese sollen ihnen helfen, den Anbau der Kulturen anzupassen und dadurch Ernteausfälle zu minimieren oder die Produktivität zu steigern.

Bevor man die Klimainformationen auf die Nutzer zuschneiden kann, muss man Mass nehmen. Welche Probleme haben sie und wie könnte man diese lösen? Um dies zu erfahren, haben das Senamhi und die MeteoSchweiz am 25. November 2016 einen ersten User-Interface-Workshop durchgeführt. Teilgenommen haben rund 20 Vertreterinnen und Vertreter aus öffentlichen und privaten Landwirtschafts-Institutionen der Pilotregion Puno im Peruanischen Hochland: Mitarbeitende der lokalen Universität, aus Forschungsinstitutionen, verschiedenen Regierungsorganisationen, Kooperativen sowie Nichtregierungsorganisation wie beispielsweise Swisscontact. Moderiert wurde der Anlass durch Mario Rohrer (Meteodat).

Welches sind die Probleme und wie könnte man sie lösen?

Die Teilnehmenden erhielten zunächst die Möglichkeit, die wichtigsten Probleme der Landwirtschaft im Zusammenhang mit dem Klima zu identifizieren. Dabei wurde klar: Ihre grösste Sorge ist die Dürre. Das ist kaum überraschend, denn das peruanische Landwirtschaftsministerium MINAGRI hat aufgrund der aktuellen Wasserknappheit Ende November für einige Regionen in Peru den Notstand ausgerufen.

Anschliessend entwickelten die Teilnehmenden Vorschläge, wie die Probleme gelöst werden könnten. Der meistgenannte Vorschlag war der Aufbau einer Bewässerungsinfrastruktur und -kultur. Eine solche Infrastruktur aufzubauen wird jedoch schwierig, weil die Region in einer ariden Klimazone liegt.

Im dritten Teil erarbeiteten die Teilnehmenden die Ansprüche an die nutzerspezifischen Klimainformationen. Es zeigte sich, dass sie sich genauere Prognosen wünschen (>80% Treffsicherheit) und eine angepasste Diffusion der Produkte, welche durch das SENAMHI angeboten werden.

Landwirtschaft unter extremen Bedingungen

Die Landwirtschaft in Puno ist geprägt von einer Subsistenzlandwirtschaft, d.h. es wird vorwiegend für den eigenen Bedarf produziert, unter extremen klimatischen Bedingungen. Aufgrund der Höhe (> 3800 m ü. M.) sind die Kulturen während der Vegetationsperiode starken Frösten, Hagel und Starkniederschlägen ausgesetzt. Der Beginn der Regenzeit ist teilweise stark verzögert, was die ohnehin kurze Vegetationsperiode noch weiter verkürzt. Das verkürzt die Reifephase der Kulturen massiv und verursacht schlechte Ernten. Die wichtigsten Kulturen in Puno sind Quinoa, Kartoffeln und Puffbohnen sowie die Viehwirtschaft.

Abschluss des Workshops

Zum Ende des Workshops hob die Koordinatorin des Projekts CLIMANDES Grinia Avalos die Leistungen dieses ersten Workshop als Ausgangspunkt der Aktivitäten hervor, welche für das folgende Jahr geplant sind. Dies ist ein Prozess des gegenseitigen Lehrens und Lernens zwischen den Nutzern und dem Anbieter der Klimadienstleistungen. Deshalb wird in der zweiten Projektphase ein Schwerpunkt in der Ausgestaltung dieser Schnittstelle gelegt. Diese Aktivitäten beinhalten eine empirische Feldstudie, ein Stakeholder-Mapping, Workshops mit den Bauern, Foren, technische Round-Tables sowie die Nutzung virtueller Plattformen wie Webseiten, Blogs, sozialen Netzwerke und Podcasts. Dadurch soll die Kompetenz von Entscheidungsträgern, Klimainformationen zu verstehen, zu interpretieren und schlussendlich zu nutzen, aufgebaut werden.

Weitere Informationen

Climandes-2 bei MeteoSchweiz

Climandes-2 beim Senamhi

Bilder zum Workshop

Blogartikel «Klimadienstleistungen für Entscheidungsträger am Beispiel Peru» vom 2. November 2016

Blogartikel «Von den Alpen in die Anden und zurück: der peruanische Wetterdienst besucht die Schweiz» vom 21. April 2016

Blogartikel «Das Klima im peruanischen Hochland – von der Messung zur Klimaanalyse» vom 23. November 2015

Blogartikel "Climandes-2 geht ins Feld: Workshop mit Quinoa-Produzentinnen und -Produzenten

CLIMANDES ist ein Zusammenarbeitsprojekt des peruanischen Wetterdienstes (SENAMHI) und der MeteoSchweiz. Das Ziel ist, die Entscheidungsfindung im Landwirtschaftsbereich zu verbessern und nutzerspezifische Klimadienstleistungen zu entwickeln, um sich an die grosse Klimavariabilität in der Andenregion besser anzupassen. CLIMANDES ist eine Initiative des Globalprogramms Klimawandel der DEZA und wird in Zusammenarbeit mit der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) durchgeführt.

 

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