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Von den Alpen in die Anden und zurück: der peruanische Wetterdienst besucht die Schweiz

21 avril 2016

Ende März 2016 hat die MeteoSchweiz hohen Besuch aus Peru empfangen: Die Delegation des peruanischen Wetterdienstes SENAMHI (Servicio Nacional de Meteorología e Hidrología del Perú) besuchte die Partner des CLIMANDES-2-Projektes.

Im Projekt CLIMANDES erarbeitet die MeteoSchweiz zusammen mit dem peruanischen Wetterdienst SENAMHI Klimadienstleistungen und stärkt die Ausbildung von Fachkräften in der Meteorologie und Klimatologie in Peru. In der ersten Phase (2012‒2015) lag der Fokus des Projektes auf der Qualitätssicherung von Klimadaten (siehe Blogbeitrag «Das Klima im peruanischen Hochland»). Die zweite Phase (2016‒2018) baut auf die Ergebnisse von CLIMANDES-1 auf und konzentriert sich auf die Bereitstellung von saisonalen Vorhersagen für die Landwirtschaft. Die massgeschneiderten Vorhersagen helfen der ländliche Bevölkerung in Peru, dass sie sich besser auf Ereignisse wie Dürreperioden vorbereiten kann. Die Zusammenarbeit der MeteoSchweiz mit dem peruanischen Wetterdienst in CLIMANDES ist Teil des globalen Rahmenwerks für Klimadienstleistungen (GFCS) der Weltorganisation für Meteorologie (WMO).

Wissenstransfer

Während ihrer Reise besuchte die Delegation des SENAMHI zuerst die MeteoSchweiz in Payerne. Sie erhielt einen Einblick in die Vielfalt der meteorologischen und klimatologischen Mess- und Auswertungsmethoden sowie in die Automatisierung von Messungen. Im Gegensatz zur Schweiz wird in Peru nach wie vor mehrheitlich manuell gearbeitet. Anschliessend besuchte die Delegation den Hauptsitz der MeteoSchweiz am Flughafen Zürich für fachliche Gespräche. Ausserdem besuchte die Delegation die DEZA in Bern sowie die WMO in Genf.

El Niño und seine Auswirkungen auf Peru

In den Gesprächen war das Thema El Niño ein stetiger Begleiter. Peru war vom diesjährigen sehr ausgeprägten El Niño (2015/16) stark betroffen. Auswirkungen des Phänomens zeigten sich in den letzten Monaten unter anderem durch hohe Temperaturanomalien entlang der peruanischen Küste, sowie durch Starkniederschläge im Nordwesten sowie Niederschlagsmangel im Südosten des Landes. Die Auswirkungen solcher Ereignisse auf das Bevölkerung und die Wirtschaft sind gross. Das Bedürfnis ist deshalb aktueller denn je, passende Klimadienstleistungen zu entwickeln und zur Verfügung zu stellen. In diesem Zusammenhang war der Austausch mit dem in der Schweiz neu gegründeten National Center for Climate Sercives (NCCS) hochinteressant. Es wurde deutlich, dass die gemeinsamen Herausforderungen der beiden Länder mindestens ebenso gross sind wie die unterschiedlichen Voraussetzungen.

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