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Maxine und Xerxes

6 mai 2019, 13 Commentaire(s)
Thèmes: Météo

…klingt wie der Titel einer griechischen oder römischen Sage. Hat jedoch heute nicht viel mit Mythologie zu tun, sondern mit dem Wetter. Wie diese Antagonisten das heutige Wetter beeinflussten, lesen sie im Blog.

Morgendlicher Blick vom Beobachterhäuschen in Oberglatt. Foto: Dani Buck

Zunächst Wolken, dann keine Wolken und dann wieder Wolken

Die Schweiz befand sich heute zwischen Maxine und Xerxes, oder anders ausgedrückt: Die Schweiz befand sich heute zwischen einem Hochdruckgebiet mit Zentrum über Frankreich und einem Tiefdruckgebiet über der Adria.

Am frühen Morgen konnten sich noch einige Wolkenfelder vom abziehenden Tiefdruckgebiet in den zentralen und östlichen Voralpen sowie den Alpen halten. Zudem fiel dort stellenweise noch etwas Niederschlag, oberhalb von rund 900 Meter fiel dieser in Form von Schnee.

Im Flachland startete der Morgen ebenfalls noch etwas wolkenverhangen, besonders in den zentralen und östlichen Regionen.

Mit einer nördlichen Höhenströmung gelangte feuchte Luft zum Alpenraum. Mit der zunehmenden Sonneneinstrahlung und daraus resultierenden Erwärmung bildeten sich Quellwolken, zunächst über dem Jura, den Vogesen und Süddeutschland. Mit zunehmender Konvektion nahm auch die Bewölkung weiter zu und es konnten sich sogar schwache Schauer bilden.

Da jedoch in der Höhe bereits das Hoch zu wirken begann, konnte sich auf etwa 2800 bis 3000 Metern eine Inversion ausbilden. Diese Inversion war schuld, dass sich die Quellwolken ausbreiteten und einen stratiformen Charakter erhielten.

Vom Winde verweht

In der oberen Grafik der Radiosondierung Payerne sind auf der rechten Seite Windpfeile dargestellt. Diese zeigen jeweils in Windrichtung. In der Höhe (600 – 200 hPa) ist die nördliche Strömung deutlich erkennbar. In den unteren Schichten weisen die Windpfeile auf die Bise hin. Die Bise wehte heute im westlichen Mittelland im Mittel zwischen 15-35 km/h. Im Genferseegebiet war die Bise am stärksten, und die Böen erreichten zeitweise fast 50 km/h.

Im zentralen sowie östlichen Mittelland konnte ebenfalls eine Bisentendenz beobachtet werden. Die Winde wehten jedoch so schwach, dass teilweise auch andere Richtungen registriert wurden.

Kalt, mild und warm

Heute Morgen mussten sich die meisten warm anziehen, denn es war ein kalter Start in den Tag. Aufgrund einer meist klaren Nacht wurde heute Morgen wieder verbreitet mässiger, lokal auch starker Bodenfrost verzeichnet. In der Nordostschweiz war der Bodenfrost aufgrund einer Wolkenschicht nicht besonders ausgeprägt.

Auch heute Nacht wurden wieder Rekorde gebrochen und zwar im Bereich der 2m-Minimumtemperatur für den Monat Mai. In Fahy wurde heute Nacht eine MInimumtemperatur von -1.6 Grad gemessen und unterschritt die am 04.05.1985 gemessene -1.0 Grad. Zudem wurde in Aigle -0.8 Grad gemessen (-0.3 Grad am 01.05.1989). Die Messreihen der beiden Stationen sind jedoch relativ kurz (seit 1981). Daher kann ein tieferer Wert als der letzte Nacht gemessene Wert vor Messbeginn nicht ausgeschlossen werden.

Das Tessin hatte, dem Nordwind sei Dank, einen eher angenehmeren Start in den Tag mit Temperaturen zwischen 6 bis 9 Grad. In Stabio liess der Nordwind in der Nacht nach, was zu einem Temperaturrückgang führte und eine Minimumtemperatur von 2.8 Grad bescherte. Im Tagesverlauf kletterte das Thermometer wieder hinauf, und so wurden 19 Grad in Lugano gemessen.

Die Temperaturen auf der Alpennordseite hingegen bewegten sich zwischen kühlen 8 bis 13 Grad.

Commentaires (13)

  1. Doris, 06.05.2019, 21:53

    Also ich bin einfach mal zufrieden mit dem Wetter. Einfach von allem etwas. Und mal keine Hitzewellen! Das ist schon mal super. Da ist doch für jeden etwas dabei. Wer will sich da noch beklagen? Oder doch??? Wahrscheinlich schon .........

    1. Beatrice, 06.05.2019, 23:36

      Auch mir gefällt ein abwechslungsreiches Wetter sehr, und ich bin ebenfalls dankbar, dass wir noch keine Hitzewellen haben!
      Die Natur braucht nun auch noch Regen und ich hoffe ganz fest, dass wir in diesem Jahr genügend davon bekommen werden!

    2. Tina S., 07.05.2019, 03:56

      Leider haben Sie völlig recht, es gibt Leute, die Grund zur Klage haben: Obstbauern/bäuerinnen, zu denen ich auch gehöre, bangen erneut um ihre Ernte.

    3. Andrej, 07.05.2019, 10:57

      Für mich ist das Wetter auch herrlich, aber es müsste nich gleich so kalt sein, einfach um die Ernten zu schützen. Ansonsten hoffe ich auf ein Sommer voller Regen und Gewitter. Ich frage mich, wie oft und wie stark es eig. im Moment noch regnen müsste, um die Knappheit wieder auszugleichen?!

    4. MétéoSuisse, 07.05.2019, 12:11

      Nördlich der Alpen fehlt etwa die Niederschlagssumme von drei Monaten. Details dazu finden Sie in unserem Blogbeitrag vom 3. Mai: https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/aktuell/meteoschweiz-blog/meteoschweiz-blog.subpage.html/de/data/blogs/2019/5/veraenderlich-mit-schauern.html

  2. Jakob Gasser, 06.05.2019, 21:33

    Ich verstehe den Begriff Druckanstieg im Zusammenhang mit einer Wetterverschlechterung nicht; es heisst "Tiefdruckgebiet" und trotzdem steigt der Druck an?
    So gestern im Blog mit der Kaltfront, bezw dem Nordföhn im Tessin erwähnt.

    Danke für eine Erklärung für mich als Laien.

    1. MétéoSuisse, 06.05.2019, 21:51

      Der Druckanstieg erfolgte nördlich der Alpen durch Zufuhr von Kaltluft, welche eine grössere Dichte aufweist als die verdrängte, mildere Luft. Zudem stieg der Duck nördlich einfach auch an, weil sich die Luft an den Alpen staute. Dieser zunehmende Stau bedeutete nördlich der Alpen, besonders am Alpennordhang, tatsächlich eine Wetterverschlechterung. Andererseits löste die Nordströmung südlich der Alpen Nordföhn aus, was dort eine Wetterbesserung bewirkte. Dies ist das eine. Das Tief über dem Golf von Genua andererseits führte in der Höhe mit südöstlichen Winden feuchtere Luft zur Alpensüdseite, was dort hohe Bewölkung bewirkte und vom tiefer unten wehenden Nordföhn nicht aufgelöst werden konnte.

    2. Mathias Kielholz, 06.05.2019, 22:49

      Bin auch Laie: Bevor ich mich mit Meteorologie befasste, war mir der Zusammenhang von "schlechtem Wetter" und Tiefdruckgebiet nicht klar. Ein Hochdruckgebiet liegt bei "gutem Wetter" über uns. Ein Tiefdruckgebiet liegt bei schlechtem Wetter aber nicht über uns, sondern dreht, wie ein riesiges Rad aus der Ferne, im Gegenuhrzeigersinn eine Front zu uns. Diese bewirkt das schlechte Wetter. Sehr schön sichtbar auf Satellitenaufnahmen. Sorry, falls das schon klar war...

  3. Michael Schreiber, 06.05.2019, 20:54

    Bitte teilt uns mit wann der Sommer kommt und der Garten bepflanzt werden kann. Sonne und Wärme werden seit langem vermisst. 😳

    1. MétéoSuisse, 06.05.2019, 21:24

      Bitte beachten Sie, dass MeteoSchweiz keine Wetterauskunft erteilt in den Kommentarspalten.
      Für Wetterprognosen konsulteren Sie bitte die MeteoSchweiz Webseite oder die MeteoSwiss-App.
      Wenn Sie eine persönliche meteorologische Beratung wünschen, dann wählen Sie die Nummer 0900 162 333 (CHF 2.90/Min. ab Festnetz).

    2. s.b, 07.05.2019, 08:29

      Als Gärtner giltet für mich immer noch die uralte Regel, die Eisheiligen zu verabschieden bevor frostempfindliche Sachen fix in den Boden kommen, egal was für kapriolen das Wetter vorher macht. Bisher hat es immer geklappt und mit den inzwischen längeren Sommern muss man sich auch nicht immer so ein stress machen. Grüne Grüsse

    3. Stephan, 07.05.2019, 16:51

      Wäre ja schon gut, wenn die Prognosen stimmen würden. So in etwa. Die Jahreszeit übliche Norm z.B.. Wer bestimmt die eigentlich?

    4. MétéoSuisse, 07.05.2019, 17:37

      @ Stephan (extern): Die Klima-Normwerte finden Sie unter https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/schweizer-klima-im-detail/klima-normwerte.html