MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

17. November 2009 / Andreas Hostettler

 

Hohe Novembertemperaturen

 

Letzte Aktualisierung am Mittwoch, 18. November 2009, 10 Uhr: Karte mit Höchsttemperatur ergänzt durch Werte der Augenbeobachter.

 

Zwischen einem ausgeprägten Tiefdruckkomplex über dem Nordatlantik und einem kräftigen Hoch über dem Mittelmeer sind am Dienstag, 17. November 2009 mit starken südwestlichen Höhenwinden sehr milde Luftmassen aus der Gegend der Kanarischen Inseln gegen den Alpenraum geflossen. Dies führte zu Temperaturen, welche für die Jahreszeit aussergewöhnlich hoch waren.

 

Wetterlage vom Montag, 16.11.09, 13 Uhr

Bild 1: Wetterlage vom Montag, 16.11.09, 13 Uhr

Satellitenbild vom Dienstag, 17.11.09, 13 Uhr

Bild 2: Meteosat 9 RGB-Satellitenbild vom Dienstag, 17.11.09, 13 Uhr (Temperaturen 2 Meter über Grund, 500 hPa Isohypsen, rote Pfeile: Warmluft)

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Im Vorfeld einer Kaltfront welche sich vom Baltikum bis nach Portugal erstreckte, verstärkte sich der Föhngradient über den Schweizer Alpen. Zudem sorgte ein kräftiger Druckgradient über dem Jura ebenfalls für föhnartige Effekte. So wurden die höchsten Temperaturen neben dem föhnigen Alpennordrand (bspw. St. Gallen 20.4 °C), im Jura gemessen: in Delémont wurde mit 23.1°C das höchste Tagesmaximum für den Monat November registriert, seit Beginn der Messungen im Jahr 1959. In Fahy erreichte die Temperatur 19.5°C, und in Rünenberg wurde mit 19.9°C die 20-Grad-Marke nur ganz knapp verpasst. In Altdorf setzte sich der Föhn gegen Abend nochmals durch und der Höchstwert von 20.0°C wurde dort erst um 16.40 Uhr erreicht. Bemerkenswert sind auch die 18.3°C in Luzern, die erst um 20:10 Uhr abends mit einem kurzen "Südwestföhn"-Stoss erreicht wurden.

 

Bild 3: Temperaturhöchstwerte vom Dienstag, 17. November 2009, SwissMetNet Stationen

Bild 3: Temperaturhöchstwerte vom Dienstag, 17. November 2009, SwissMetNet Stationen

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Der Höchstwert von Rünenberg wurde seit Messbeginn 1982 erst einmal egalisiert, allerdings deutlich früher im Monat November (9.11.1985).

Aber nicht nur im Jura und entlang des Alpennordrands sondern auch im Mittelland wurden verbreitet aussergewöhnlich hohe November Temperaturen gemessen. Am wärmsten wurde es in Genf (18.2°C) sowie in der Nordostschweiz (Tänikon bei Aadorf 17.6°C). Dies war umso erstaunlicher, da weite Teile der Nordostschweiz am Morgen noch unter einer dicken Nebelschicht lagen. Allerdings hielt sich in Güttingen am Ufer des Bodensees ganztags die feuchte Nebelluft, sodass dort der Tageshöchstwert nur gerade 11.0°C betrug.

 

Herbstliches Morgenerwachen in Winterthur

Bild 4: Herbstliches Morgenerwachen in Winterthur (Foto: Andreas Hostettler)

Erneut sehr milde Temperaturen...

Nach dem Durchzug der Kaltfront in der Nacht auf Mittwoch und einer damit verbundenen schwachen Abkühlung baut sich über dem Alpenraum wieder ein kräftiges Hoch auf. Am Donnerstag und Freitag wird aus Südwesten erneut sehr warme Luft herangeführt. Zusammen mit der subsidenten Erwärmung im Einflussbereichs des Hochs, werden so die Temperaturen, insbesondere in erhöhten Lagen, wieder kräftig ansteigen.

 

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