MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

06. März 2010 / Stephan Bader, Michael Kasper

 

Märzwinter 2010

 

Der Märzwinter in der Klimatologie

Auch wenn der klimatologische Winter mit dem Februar zu Ende geht, und sich dann viele auf den lang ersehnten Frühling freuen, sind winterliche Verhältnisse in der ersten Märzhälfte selbst im Flachland der Alpennordseite ein fester Bestandteil des Schweizer Klimas. Der Märzwinter kann deshalb zu den sogenannten Witterungsregelfällen gezählt werden.

 

Als Witterungsregelfall oder Singularität wird eine an bestimmten Kalendertagen mehr oder weniger regelmässig auftretende Abweichung vom mittleren jährlichen Gang der meteorologischen Elemente bezeichnet.

 

Häufung von Neuschneefällen um den 6. März

Nachdem gegen Ende Februar im langjährigen Durchschnitt die Häufigkeit von Neuschneefällen geringer wird, ist in den ersten Märztagen wieder eine Zunahme der Neuschnee-Ereignisse zu beobachten. Diese Zunahme kulminiert am 6. März, und zwar im Flachland (Bild 1) als auch sehr schön ausgeprägt in mittlerer Höhenlage (Bild 2).

 

Anzahl Neuschnee-Ereignisse pro Kalendertag in der Periode 1931-2009 an der Messstation Zürich

Bild 1: Anzahl Neuschnee-Ereignisse pro Kalendertag in der Periode 1931-2009 an der Messstation Zürich (556 m ü.M.).

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Anzahl Neuschnee-Ereignisse pro Kalendertag in der Periode 1931-2009 an der Messstation Einsiedeln

Bild 2: Anzahl Neuschnee-Ereignisse pro Kalendertag in der Periode 1931-2009 an der Messstation Einsiedeln (910 m ü.M.).

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Ein extrem heftiger Märzwinter mit Rekordschneehöhen erlebte die Alpennordseite am 4./5. März 2006. Ein ausführlicher Bericht dazu ist zu finden unter: Rekordschnee in der Nord- und Ostschweiz.

 

Aber auch im vergangenen Jahr gab es Anfang März einen Wintereinbruch: Am 5. März 2009 wurden an der Station Zürich 4 cm, und tags darauf 13 cm Neuschnee registriert.

 

Winterende auf den 10. März

Das eigentliche Ende des Winters, hier definiert über die Schneefalltätigkeit, stellt sich gegen den 10. März ein. Danach liegt die Häufigkeit von Neuschneefällen markant tiefer als in der vorausgehenden Winterzeit. Das heisst aber nicht, dass nach diesem Datum Schnee kein Thema mehr ist. Der launische April ist bekannt dafür, dass er dem Flachland der Alpennordseite hin und wieder eine Schneedecke beschert. Allerdings ist diese meist geringmächtig und verschwindet oft bereits nach wenigen Stunden wieder.

 

Typischer Wintereinbruch auch im 2010

Auch in diesem Jahr erfolgte nach einer milden Witterungsperiode Ende Februar rechtzeitig auf Anfang März ein Wintereinbruch. Ein Schneetief zog am Freitag, 5.3.10 rasch von der Nordsee nach Süden und erreichte die Alpen am Samstag, 6.3.10. Es führte eine Staffel feuchter und kalter Polarluft mit sich (Bild 3).

 

Satellitenbild-Animation vom Schneetief

Bild 3: Infrarot-Satelliten-Loop und Luftdruck, Freitag, 5.3. 21 UTC bis Samstag, 6.3. 12 UTC: Das Schneetief zieht von der Nordsee zu den Alpen

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In den frühen Morgenstunden setzten vorerst schwache Schneefälle ein, welche sich im Laufe des Vormittags intensivierten. Mit dem gleichzeitig stark auffrischenden Westwind konnte so vielerorts ein regelrechter Schneesturm beobachtet werden.

 

Spaziergang im Schneegestöber bei Thalwil

Spaziergang im Schneegestöber bei Thalwil (Foto: D. Gerstgrasser)

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Spuren vom Wind im Tannenwald

Spuren vom Wind im Tannenwald (Foto: D. Gerstgrasser)

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Verkehrsprobleme in Thalwil

Verkehrsprobleme in Thalwil (Foto: D. Gerstgrasser)

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Am meisten Neuschnee wurde im Flachland mit 10-20 cm in der Region Aargau-Zürich beobachtet (Bild 4, Wasserwert 5-10 mm). Ausserdem fiel der Schnee in kurzer Zeit (drei Stunden) und bei recht tiefen Temperaturen. So war es nicht verwunderlich, dass vielerorts der Verkehr zusammenbrach.

 

Aufsummierte Niederschlagsmengen (Radar)

Bild 4: Aufsummierte Niederschlagsmengen vom Radar: im Mittelland ist ein Maximum in der Region Aargau-Zürich zu erkennen (rot gekennzeichnet). Ebenfalls gut ersichtlich sind die grösseren Mengen durch Stau (Schwarzwald/Alpennordhang).

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Hinter dem Schneetief gab es bereits um die Mittagszeit rasch wieder Aufhellungen. In der Folge herrschte wechselhaftes „Aprilwetter“ mit sonnigen Abschnitten und kurzen Schneeschauern dazwischen. Zudem wehte ein eisig kalter Wind durch die frisch verschneite Landschaft.

 

10 cm Neuschnee beim Schneemesspegel

10 cm Neuschnee beim Schneemesspegel in der Märzsonne am Zürichberg (Foto: M. Kasper)

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Eingeschneiter Meteobus der MeteoSchweiz

Eingeschneiter Meteobus beim Hauptsitz der MeteoSchweiz in Zürich (Foto: M. Kasper)

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