MeteoSchweiz

Aktuelles zum Wettergeschehen

09. August 2009 / Daniel Gerstgrasser, Ludwig Z'graggen

 

Gewittriger Starkregen am 8. August 2009

 

Nach immerhin vier aufeinanderfolgenden Schönwettertagen in der ersten Augustwoche (4.-7.8. 2009), haben sich am Samstag (8.8.2009) auf der Alpennordseite teils heftige gewittrige Regenfälle entladen.

 

Bodendruckkarte mit Fronten, 8. August 2009, 12 UTC.

Bild 1: Bodendruckkarte mit Fronten, 8. August 2009, 12 UTC. Im Vorfeld der weitgehend inaktiven Front, hat sich eine sogenannte Konvergenzlinie gebildet.

Quelle: DWDgross.gif, 105 KB

Im Bereich einer Konvergenzlinie (s. Bild 1) sind in der westlichen Landeshälfte bereits am Morgen kräftige Regenschauer und Gewitter entstanden. Diese haben sich im Laufe des Tages zusammen mit der Konvergenz langsam nach Osten verlagert. Am östlichen Rand der eigentlichen Konvergenz sind im Laufe des Tages immer wieder neue Schauer- und Gewitterzellen entstanden.

 

Niederschlagssumme von Samstag, 8.8.2009, 5 UTC bis Sonntag, 9.8.2009, 5 UTC anhand der Radardaten der drei Radarstationen Albis, La Dôle und Monte Lema.

Bild 2: Niederschlagssumme von Samstag, 8.8.2009, 5 UTC bis Sonntag, 9.8.2009, 5 UTC anhand der Radardaten der drei Radarstationen Albis, La Dôle und Monte Lema.

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Aufgrund der nur schwachen südwestlichen Höhenwinde blieben die Niederschlagszonen länger ortsfest, und sorgten stellenweise für grosse Niederschlagsmengen. Die Niederschlagsverteilung war entsprechend inhomogen, dies ist auf der Karte mit den 24-stündigen Niederschlagssummen aus den Radardaten schön zu erkennen (Bild 2).

 

In der Deutschschweiz sind verschiedene lokale Maxima zu sehen, unter anderem:

 

  • bei Düdingen/FR
  • in der Region Langnau im Emmental
  • zwischen Oensingen/SO bis Sissach/BL
  • zwischen Luzern und dem Zürichsee
  • Region um Oberriet/SG

 

Hohe stündliche Niederschlagsintensitäten

In den oben erwähnten Regionen sind innert 1 bis 2 Stunden 50 bis 70 mm Regen gefallen, punktuell waren es vermutlich sogar noch mehr. Diese Werte werden auch von den Messstationen am Boden bestätigt. So wurde beispielsweise die Station Wädenswil/ZH am Nachmittag von einer Gewitterzelle getroffen. Der Niederschlagsmesser lag dabei nicht direkt unter dem maximalen Radarecho, trotzdem wurden innert kurzer Zeit fast 53 mm totalisiert. 40.5 mm fielen allein innert einer Stunde.

 

Extremwertstatistik für stündliche Niederschlagsintensitäten der Station Wädenswil.

Bild 3: Extremwertstatistik für stündliche Niederschlagsintensitäten der Station Wädenswil. Quelle: Meteorisk, EVA-Datenbank

gross.png, 7 KB
 

Maximale stündliche Niederschlagsintensitäten

Station Wädenswil  
Rang:Menge:Datum:
1.49.0 mm6. August 1994
2.41 mm5. Juni 1982
3.40.5 mm8. August 2009
4.31.9 mm11. September 1989
5.31.1 mm10. Juni 2008
Eine statistische Auswertung zeigt, dass die gemessene stündliche Niederschlagsintensität von 40.5 mm nur etwa alle 18 Jahre vorkommt (s. Bild 3). Seit Beginn der automatischen Messung in Wädenswil im Jahre 1981 wurden erst zweimal höhere Stundensummen aufgezeichnet (s. Tabelle). In der Deutschschweiz liegt die höchste je gemessene Stundensumme bei 71.2 mm (Zürichberg, 15. August 1988). Noch höhere Werte sind aus dem Tessin bekannt, dort liegt der Rekord bei 91.2 mm (Locarno Monti, 28. August 1997).

 

Unwetterschäden

In den Gebieten mit Starkniederschlägen kam es regional auch zu Überschwemmungen durch hochwasserführende Bäche, Erdrutschen und überfluteten Kellergeschossen. Anbei ein paar Impressionen aus Buchrain. Die Ron - Abfluss aus dem Rotsee - trat nach heftigen Regenfällen zwischen 10:40 und 15:00 über die Ufer und verwandelte die ufernahen Zonen in eine Sumpflandschaft. (Photos: Damian Isenschmid)

 

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