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Am Samstag (28. November 2009) hat sich über dem nahen Atlantik westlich von England ein kräftiges Sturmtief entwickelt. Am Sonntagmittag (29. November 2009, 12 UTC) lag sein Zentrum über Südengland (s. Bild 1), den minimalen Kerndruck erreichte das Tief bereits in den Morgenstunden. Dabei wurde in Cardinham / Cornwall in Südwestengland ein Luftdruck von 972 Hektopascal gemessen.
Bild 1: Satellitenbild, HRV - Kanal von Sonntag, 29. November 2009, 12 UTC. Das Tiefzentrum liegt über Südwestengland, erkennbar an der Wolkenspirale. satloop.gif, 5.7 MBDer Alpenraum lag auf der Vorderseite des Sturmtiefs in einer Zone mit stürmischen südlichen Höhenwinden. Dementsprechend hat sich auf der Alpennordseite eine markante Föhnlage eingestellt. Die Druckdifferenzen zwischen der Alpennord- und Alpensüdseite lagen bei maximal 13 Hektopascal. Bis um 14h wurden in den föhnexponierten Gipfellagen Böenspitzen von 130 bis gut 170 km/h (Gütsch ob Andermatt) gemessen. In den klassischen Föhntälern lagen die Spitzen zwischen 80 und 110 km/h (s. Bild 2), in Altdorf wurde am Abend eine Böenspitze von 114 km/h registriert.
Bild 2: Windspitzen bis am Sonntag, 29. November 2009, Maximum bis 19.40 UTC im Messnetz von MeteoSchweiz. gross.gif, 38 KBDie Temperaturen stiegen in den Föhntälern auf 15 bis 17 Grad. Demgegenüber verharrten die Werte in den tiefen Lagen des zentralen und östlichen Mittellandes vielerorts bei 5 bis 6 Grad. Maximumtemperaturen.gif, 40 KB
Starke Niederschläge auf der AlpensüdseiteAm frühen Sonntagmorgen haben auf der Alpensüdseite Niederschläge eingesetzt, diese intensivieren sich im Laufe des Sonntags. Die grössten Niederschlagsintensitäten erwarten wir in der Nacht auf den Montag. Am Montag greifen die kräftigen Niederschläge zudem auch auf die Alpennordseite über. In den Alpentälern kann die Schneefallgrenze dabei stellenweise bis an den Talgrund sinken. Eine Abschätzung der erwarteteten Niederschlagsmengen ist in Bild 4 zu finden. Weitere Details dazu finden Sie im aktuellen Unwetterbulletin sowie in den Wetterberichten.
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Bewölkung und Niederschlag greifen über den Alpenkamm ins Glarnerland über, im Vordergrund Näfels und der Vorder Glärnisch gross.jpg, 51 KB |
Bild 3: Querschnitt durch die Alpen: Zürich (linke Bildseite) - Reusstal - Gotthard - Leventina - Lugano (recht Bildseite). Dargestellt ist die relative Feuchte (grün=feucht) und die Temperatur. Die blauen Balken zeigen die 3-stündigen Niederschlagssummen. Sonntag, 29.11., 18 UTC
gross.png, 63 KBBild 4: 24-stündige Niederschlagssumme des EZMW Prognosemodells in mm (Sonntag, 29.11. 18 UTC bis Montag, 30.11. 18 UTC).
gross.png, 329 KBBild 5: Panorama vom Zürichberg in Richtung Alpen. Es ist zwar in den mittleren Luftschichten ein Föhnfenster erkennbar, allerdings hat es sich nicht sehr ausgeprägt entwickelt, da in grosser Höhe dichte Schleierwolken aufgezogen sind. Schön erkennbar ist die am Alpenkamm von Süden her übergreifende Staubewölkung in den unteren Luftschichten.
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