Satellitenbild (sichtbarer Kanal) mit ausgewählten Bodenstationen (Temperaturwerte) von heute Mittag 12 UTC
gross.png, 563 KBDie Schweiz lag heute im Einflussbereich eines Hochdruckgebiets namens "Dieter". "Dieter" ist bereits am 30. Januar über Nordrussland entstanden und versorgte seither Mittel- und Südosteuropa mit sibirischer Kaltluft. Es zieht sich in den nächsten Tagen aber wieder nach Russland zurück. Dadurch findet in den nächsten Tagen eine grundlegende Wetterumstellung statt. Die Kältewelle geht somit zu Ende.
Heute löste sich der Hochnebel über der Alpennordseite praktisch vollständig auf. Zäh blieb er jedoch vom Vierwaldstättersee über Luzern bis zum Napfgebiet sowie vom Appenzellerland bis zum Toggenburg, dies wegen der immer noch vorhandenen mässigen Bise. Sie schwächte sich aber gegenüber den letzten Tagen bereits deutlich ab und wird heute Abend überall einschlafen. Optimal waren somit die Verhältnisse für einen Spaziergang auf einem der zahlreichen gefrorenen Seen (siehe Fotos unten).
Trotz Hochnebelauflösung blieb unterhalb 1500 bis 2000 Meter starker Dunst zurück. Dunst ist eine Trübung der Atmosphäre durch Wassertröpfchen (feuchter Dunst) oder durch feste Partikel (trockener Dunst) in der Luft, wie beispielsweise durch Luftverschmutzung. Heute war eine Kombination davon der Fall. Einerseits lag immer noch etwas feuchtere Luft über den Niederungen, andererseits ist aber auch die Verschmutzung relativ gross.
Oberhalb gut 2000 Meter hingegen war die Fernsicht in der trockenen Luft recht gut. Nur ganz im Osten, das heisst in den Bündner Südtälern und im Engadin, verdeckten zeitweise ein paar Wolkenfelder die Sonne. Allerdings blies immer noch ein recht unangenehmer, kalter Nordostwind. Die Temperatur stieg auf 2000 m auf -12 Grad an. Im Flachland massen die Thermometer im Osten maximal -7 Grad, im Westen -4 Grad und im Tessin +1 Grad.
Die nun seit dem 1. Februar andauernde Kältewelle geht nun langsam zu Ende. Dezember und Januar waren etwa 3 Grad zu mild, die ersten 11 Februartage sowohl im Flachland wie auch auf den Bergen 10 Grad zu kalt. Die Dauer und Stärke der gegenwärtigen Kältewelle ist aussergewöhnlich und schon lange nicht mehr vorgekommen. Ähnliche Kältewellen sind letztmals 1985 bis 1987 aufgetreten. Schaut man noch weiter zurück, so fallen 1963 und 1956 auf. Insbesondere 1955/56 hatte einen ganz ähnlichen Winterverlauf wie heuer. Damals war Dezember und Januar ebenfalls deutlich zu mild und exakt auf den 1. Februar begann einer der markantesten Kälteperiode im 20. Jahrhundert. Sie dauerte genau einen Monat (siehe Grafik unten).
MeteoSchweiz Wetterkamera Montancy, Bild 15.20 UTC. Traumhafte Winterstimmung im Jura.
gross.jpg, 366 KBTemperaturverlauf in Zürich 1956 und 2012. Man erkennt Parallelen. Ob es nun ähnlich wie im 1956 weitergeht?
gross.png, 259 KBDer Greifensee ist ebenfalls teilweise zugefroren, aber nicht freigegeben (siehe auch Aktualität vom Freitag, 10.2.).
Quelle: Segelclub Schloss Greifenseegross.jpg, 29 KB










