Satellitenbild (sichtbarer Kanal) mit ausgewählten Bodenstationen (Temperaturwerte) von heute Mittag 12 UTC
gross.png, 585 KBDer heutige Morgen präsentierte sich im Flachland an den meisten Orten mit Hochnebel. Daraus fielen da und dort erneut ein paar Schneeflocken. Dies reichte wegen der tiefen Temperatur zwar vielerorts für vorübergehend weisse Strassenbeläge, die Niederschlagsmenge war jedoch kaum messbar gering. Am Nachmittag lösten sich die Hochnebelwolken an den meisten Orten auf. Nur gerade im Mittelland, insbesondere im Raum Olten, blieb die Wolkendecke kompakt. Sie wurde jedoch immer dünner, so dass auch dort die Sonne knapp durch drückte.
Das markanteste Ereignis war heute aber sicher die Erwärmung in Höhenlagen über 1500 Meter. Durch den zunehmenden Hochdruckeinfluss und die damit verbundene Subsidenz, d.h. Absinkbewegung der Luft, wurde die Luftmasse auf dieser Höhe abgetrocknet und gleichzeitig stark erwärmt. So stieg die Temperatur am Nachmittag auf dem Moléson in den Waadtländer Voralpen, auf knapp 2000 Meter, auf Null Grad, gestern um die gleiche Zeit waren es noch 19 Grad weniger. Ähnlich hohe 24-Std-Temperaturdifferenzen von 12 bis 17 Grad konnten an praktisch allen Bergstationen beobachtet werden. An den Flachlandstationen, das heisst unterhalb der Inversion, machten die Temperaturen erneut keinen grossen Tagesgang.
Das dritthöchste Tagesmaximum wurde heute übrigens in Zermatt mit plus 3.4 Grad gemessen, nur knapp hinter Stabio und Lugano. In Zermatt wirkte einerseits die vorher erwähnte Subsidenz, anderseits kam dort noch etwas Föhn dazu, welcher für eine zusätzliche Erwärmung sorgte.
Dieser Föhn entstand durch die auf der Alpensüdseite liegende, deutlich kältere Luftmasse im Höhenfeld um 3000 Meter. Diese Kaltluft schwappte über den Theodulpass nach Zermatt hinunter und erwärmte sich dabei trockenadiabatisch, d.h. mit 1 Grad pro 100 Höhenmeter. Das gleiche Phänomen wurde auch im benachbarten Saastal beobachtet. Dort dürfte die Kaltluft über den Monte-Moro-Pass eingeflossen sein. Die Föhnströmung vermochte aber die Inversion nicht zu durchbrechen. In Randa, weiter unten im Mattertal auf rund 1400 Meter, kam der Föhn nicht hin.
Die Inversion war am Mittag sehr stark ausgeprägt, zwischen 1400 und 1700 Meter nahm die Temperatur um 17 Grad zu.
MeteoSchweiz Wetterkamera Rosswald 13.00 UTC. Freundliches Wetter auch im Oberwallis. Gut sichtbar ist die Dunstschicht im Haupttal, welche die Inversion markiert.
gross.jpg, 406 KBTemperaturdifferenz zwischen gestern um 14 Uhr Lokalzeit und heute um die gleiche Zeit. Besonders in Höhenlagen gegen Westen hin ist die Erwärmung markant. Im Osten ist sie weniger ausgeprägt, da dort oberhalb von 2000 Meter bereits gestern Warmluft aus Südosten eingeflossen ist.
gross.gif, 39 KBDer Greifensee beim Strandbad in Niederuster. Ein typisches Bild der Situation unterhalb der Inversion, Hochnebel und kalt. Der Greifensee ist schon bald ganz zugefroren. (Bild: B. Kunz)
gross.JPG, 1.8 MB








