Ausgeprägter Flachland-Winter auf der Alpennordseite
Die Temperaturen im Flachland erreichten zwar keine extrem tiefen Werte, blieben aber während eines grossen Teils des Monats unterdurchschnittlich. Die Messstation Zürich registrierte 15 Eistage (Tageshöchsttemperatur unter 0 Grad), im langjährigen Durchschnitt sind es hier zwischen 9 und 10.
Einen ausgesprochen winterlichen Eindruck vermittelte auch der häufige Neuschnee, auch wenn die Neuschneemengen jeweils eher gering blieben. In Zürich gab es 12 Tage mit messbarem Neuschnee (Stand 28.01.2010). Mehr Neuschneetage lieferten nur der Januar 1942 und 1945 mit je 13 sowie der Januar 1968 und 1981 mit je 14.
Heftige Schneefälle am 9. und 10. sowie am 12. und 13. Januar 2010 verursachten vor allem in der Westschweiz und hier insbesondere in der Region Genève grosse Verkehrsprobleme auf den Strassen und führten zur vorübergehenden Schliessung des Flughafens Genève-Cointrin.
Winterliche Stadt Genf am 10. Januar 2010.
Tiefe Monatsmitteltemperatur
In den letzten zwei Jahrzehnten zeigte sich der Januar in der Schweiz meist überdurchschnittlich warm, eine Folge der markanten Wintererwärmung Ende der 1980er Jahre. Erst in jüngster Zeit sank die Januar-Temperatur vereinzelt wieder merklich unter den langjährigen Durchschnitt (Norm 1961-1990). Eine extreme Januarwärme brachten demgegenüber die beiden ebenfalls nicht weit zurückliegenden Winter 2006/07 und 2007/08. Ein eindrückliches Beispiel dafür, wie gross die Temperaturvariabilität von Jahr zu Jahr sein kann.
Über die ganze Schweiz gemittelt war der Januar 2010 rund 1.5 Grad zu kalt (Stand 28.01.2010). Nur geringfügig weniger kalt war der letztjährige Januar. Deutlich kälter mit einem Temperaturdefizit von -3.0 Grad war letztmals der Januar 1987.
Die jährliche Abweichung der Januar-Temperatur in der Schweiz vom langjährigen Durchschnitt (Norm 1961-1990) Die zu warmen Monate sind rot, die zu kalten Monate blau angegeben.
Bildgross.gif, 45 KBMonatsbilanz
In den Niederungen nördlich der Alpen wie auch in Gipfellagen war der Januar 2010 rund 1.0 bis 1.5 Grad zu kalt. Die tiefsten Lagen des Tessins verzeichneten eine weitgehend durchschnittliche Januar-Temperatur. In mittleren Höhenlagen war das Temperaturdefizit mit -2.0 bis -2.5 Grad am grössten.
Die Niederschlagsmengen blieben praktisch flächendeckend unter 50 Prozent der normalen Januarwerte. Im Wallis und in Graubünden wurden verbreitet sogar weniger als 30 Prozent der normalen Januarmengen erreicht.
Die Besonnung erreichte in den Alpen zwischen 80 und 130 Prozent, und auf der Alpennordseite zwischen 60 und 90 Prozent der normalen Werte. Im mittleren und südlichen Tessin lag die Sonnenscheindauer mit weniger als 70 Prozent deutlich unter den normalen Werten. Allerdings sei darauf hingewiesen, dass in Locarno-Monti die Januarsonne 89 Stunden schien (rund 70 % des langjährigen Durchschnitts), in Genf hingegen nur 36 Stunden (ebenfalls rund 70 Prozent des langjährigen Durchschnitts).
Stand: 28.01.2010, Klimadienste MeteoSchweiz
Die hier publizierten Zahlen sind vorläufige Werte, da nicht alle Messungen der MeteoSchweiz zum Zeitpunkt der Erstellung zur Verfügung standen. Im monatlichen Witterungsbericht sind diese Werte aufdatiert. Der Flash darf unter Quellenangabe „MeteoSchweiz“ ohne Einschränkungen weiterverwendet werden.

