30. Dezember 2009
Der Dezember 2009 war in den Gipfelregionen deutlich zu kalt, in den Südföhntälern milder als normal. Hier gab es auch ein Niederschlagsdefizit. Sonst war das Wetter niederschlagsreich. Im Süden und Oberengadin fiel verbreitet mehr als doppelt so viel Niederschlag wie üblich. Im zentralen und östlichen Mittelland gab es mehr Sonnenschein als im Mittel der Jahre 1961-90. Sonst war der Dezember trüb. Im Jura und in den Alpen nach Westen hin wurde verbreitet weniger als die Hälfte der normalen Besonnung gemessen.
Sehr unbeständiger Beginn, zunehmend mild.
In der ersten Dezemberwoche durchquerten Störungen in rascher Folge den Alpenraum. Im Mittelland fiel bis am 8. Dezember teils schon mehr als die Hälfte der normalen monatlichen Regensumme. Vom 6. bis 10. Dezember wurde es sehr mild. Die Schneefallgrenze stieg zeitweise bis auf 2000 m. Im Flachland der Alpennordseite wurden im Allgemeinen Tageshöchstwerte von 6 bis 10 Grad gemessen. Fast frühlingshaft war es vom 8. bis 11. Dezember im Tessin, wo die Maxima bei prächtigem Sonnenschein jeweils 11 bis 15 Grad erreichten.
Markanter Temperaturrückgang, Einbruch arktischer Kaltluft zur Monatsmitte
Am 11. Dezember drehten die Winde auf Nordost. Weite Teile Europas wurden von polaren und auch arktischen Luftmassen erfasst. Schneefälle führten zu Verkehrsunterbrechungen und Schliessungen von Flughäfen, und die Kälte forderte auch Menschenleben. Die Schweiz wurde von der Kälte allmählich erfasst. In Berglagen wurden vom 16. bis 20. Dezember oft mehr als zehn Grad unternormale Temperaturen gemessen. In den Tälern und in den Niederungen wurden die tiefsten Temperaturen am 19. und 20. Dezember erreicht. Im Flachland gab es Minima von minus 12 bis 17 Grad. Selbst im Südtessin in Stabio wurden minus 15.4 Grad gemessen. Die Station La Brévine registrierte mit minus 34.2 Grad die kälteste Temperatur des Jahres 2009. Werte unter minus 30 Grad gab es auch im Engadin. In Samedan wurde mit minus 31.6 Grad die tiefste Dezember-Temperatur seit 1981 gemessen.
Schattenwurf des Fotografen auf den Nebel im Liderengebiet / UR am 15. Dezember 2009. Foto: Daniel Gerstgrasser, MeteoSchweiz.
Der Kälteeinbruch brachte in der Schweiz zunächst kaum Schnee, wohl aber zähen Hochnebel über der Alpennordseite und Sonne in den Hochalpen und im Süden. Erst mit dem Eintreffen der arktischen Kaltluft am 19. Dezember kam es im Norden örtlich zu leichten Schneefällen.
Windiges Weihnachtstauwetter im Norden, Schnee im Süden
Vom 21.-25. Dezember führten südwestliche Winde wieder Störungen in rascher Folge zu den Alpen. Nach anfänglichen Schneefällen wurde die Witterung auf der Alpennordseite markant milder. Schon am 22. Dezember erreichten die Höchstwerte im Mittelland 4 bis 9 Grad, in der Nordwestschweiz und in den Südföhntälern sogar 10 bis 15 Grad. Am Alpennordhang herrschte am 21. und 22. Dezember ein Föhnsturm, der in Altdorf Windspitzen bis 140 km/h verursachte. In den Niederungen der Alpennordseite gab es „grüne Weihnachten“, nicht aber in der Südschweiz. Wegen dem mächtigen Kaltluftsee über der Poebene fielen vom 21. bis 23. Dezember bis in die Niederungen vom Tessin 25 bis 30 cm Schnee. Dies reichte für „weisse Weihnachten“, allerdings mit Pflotsch. Denn am 24. Dezember und in der Nacht auf Weihnachten regnete es viel. Noch am 25. morgens wurden in Lugano 5 cm Schnee gemessen, der dann nachmittags vom einsetzenden Nordföhn weggefressen wurde. Am Alpennordhang blies an Heiligabend wieder ein starker Südföhn mit bis zu 18 Grad im Rheintal. Das Mittelland hingegen erlebte unter einer düsteren Nebeldecke einen feucht-kalten 24. Dezember. Am Weihnachtstag gab es zu Tagesbeginn einen Weststurm und vorübergehend Temperaturen von 6 bis 10 Grad. Die Sonne blieb im ganzen Land rar. Bis zum Jahresende hielt das relativ milde und teils föhnige Wetter an. Im Norden gab es auch weiter reichlich Niederschlag.
Weihnachtstauwetter am Zürichsee am 25. Dezember 2009. Foto: Daniel Gerstgrasser, MeteoSchweiz.
Monatsbilanz
In den Gipfelregionen war der Dezember 2009 vielerorts mehr als 2 Grad zu kalt, in den Niederungen hingegen tendenziell wärmer als im Mittel der Jahre 1961-90. In den Hauptföhntälern gab es Wärmeüberschüsse von etwa 1.5 Grad, im unteren Rhonetal bis über 2 Grad. In weiten Landesteilen war der Monat niederschlagsreich. Das Tessin und Misox erhielten etwa doppelt so viel Niederschlag wie üblich, das Oberengadin, Puschlav und Val Müstair noch mehr. Am Alpennordhang und im Wallis waren die Niederschlagsmengen hingegen geringer als normal. Im Oberwallis wurde nur etwa 60 Prozent der normalen Dezembersumme erreicht. Der Monat war teils sehr sonnenarm. Verbreitet wurden nur 60 bis 80 Prozent der normalen Sonnenstunden gemessen. Im westlichen Jura, im Unterwallis, am westlichen Alpennordhang und an den Voralpen der Innerschweiz waren es magere 30 bis 50 Prozent. Im zentralen und östlichen Mittelland schien die Sonne zwar auch nur 30 bis 40 Stunden, was hier aber etwas mehr ist als das langjährige Dezembermittel.
Stand: 29.12.2009, Klimadienste MeteoSchweiz
Die hier publizierten Zahlen sind vorläufige Werte, da nicht alle Messungen der MeteoSchweiz zum Zeitpunkt der Erstellung zur Verfügung standen. Im monatlichen Witterungsbericht sind diese Werte aufdatiert. Der Flash darf unter Quellenangabe „MeteoSchweiz“ ohne Einschränkungen weiterverwendet werden.